Fragen und Ich-Botschaften

Die psychologische Biografie versucht, die Schlüsselerlebnisse im Leben und den positiven Einfluss der „Umgebung“ auf das Verhalten zu zeigen — vor allem Familie und berufliches Umfeld. Zudem soll eine Biografie zeigen, wie das soziale Verhalten und die soziale Kompetenz verbessert werden können: durch Arbeitseinsatz, Kommunikation, Ich-Botschaften, Rückfragen, usw. Neben den Umweltfaktoren (jetzigen Umständen) kommt es auch auf das eigene Verhalten (Prinzipien und Technik) an, sprich…

Kommunikation:

  1. Aktives Zuhören
  2. Ich-Botschaft

Aktives Zuhören

Der Ausgangspunkt ist, dass ein Gegenüber seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Interessen und Probleme hat. Was beschäftigt sie oder ihn besonders? Bedrückt sie/ihn sogar etwas? Warum nicht eine FRAGE stellen zu einem Thema, das den Gesprächspartner interessiert! Die Frage soll nicht aufdringlich sein, vielmehr eine gewisse Anteilnahme widerspiegeln. Vermutlich hat jedermann ein Anliegen oder ein Thema, das ihn persönlich interessiert und zu dem er etwas zu sagen hat. Wir müssen lernen, zuzuhören. Indem man eine entsprechende Rückfrage stellt, kann man beweisen, dass man das Gesagte richtig verstanden hat. Fazit in einem Wort: aktives Zuhören! Wer fragt führt.

Die Richtschnur:

Menschen brauchen Zuhörer, Menschen brauchen aktive Zuhörer, Menschen brauchen Menschen. Es dreht sich also nicht alles um eigene Bedürfnisse und eigene Aengste oder die eigene Aengstlichkeit. Empathie heisst nicht Mitleid, sondern Mitgefühl: was braucht mein Mitmensch? Wenn wir es nicht wissen, können wir nachfragen. Vor Jahren kannte ich eine ältere Mitarbeiterin, welche die ganzen Festtage über Weihnachten und Neujahr alleine verbracht hatte; am Montag danach hatte sie ein extrem starkes Bedürfnis, mit mir ein paar Worte zu wechseln, weil ich als einer der ersten am Arbeitsort eintraf. Die einsamen Feiertage machen einen Menschen fast krank.

Ich bemühe mich, das aktive Zuhören beispielsweise bei meiner Mutter zu pflegen, wenn sie in ihren reichen und interessanten Erinnerungen schwelgt (immerhin hat sie einiges zu erzählen, da sie fünf Kinder und für ihr Alter viel Aussenkontakt hat). Da sie schon 20 Jahre lang alleine lebt und eher zu den extravertierten Persönlichkeitstypen gehört, ist sie natürlich dankbar und glücklich, wenn sie aus ihrem langen Leben erzählen und ihre Gefühle ausdrücken kann. Ihr Langzeitgedächtnis funktioniert nahezu perfekt; und es stört mich im Gegensatz zu anderen Zuhörern überhaupt nicht, wenn sie ihre Erlebnisse immer mit den gleichen Elementen ausschmückt. Immer wieder kommt sie auf eine Totgeburt wegen körperlicher Ueberlastung zurück, gerne berichtet sie von ihren zwei verstorbenen Schwestern, mit denen sie sich tief verbunden fühlte.

Wie öffnen wir die Herzen der Menschen und können wir deren Vertrauen gewinnen? Durch das aktive Zuhören nehmen wir einen Menschen an, so wie er ist. So können wir dessen Aengste bekämpfen. Ganz einfach.

Ich-Botschaften

Das zweite Element in der Kommunikation ist die Ich-Botschaft. Viele haben damit gute Erfahrungen gemacht, weil eine Ich-Botschaft kein Vorwurf ist, sondern eine persönliche Aussage. Diese Aussage heisst nicht „Du machst zuviel Lärm“, sondern „ich kann mich nicht gut konzentrieren“. Eine Ich-Botschaft entschärft den Konflikt. Eine Ich-Botschaft zeigt mein persönliches Befinden oder meine Motive, ist nie ein Befehl und kein „Du bist“, „Du sollst“ und „Du musst“. Wikipedia meint, das Benutzen von bestimmten Wörtern wie ‚wieder‘ oder ‚immer‘ gelte es in einer Ich-Botschaft zu vermeiden. Eine Konfliktsituation wird entschärft, wenn der Sprechende ein Problem hat, nicht der Angesprochene.

Zur Ich-Botschaft kann auch gehören, eigene Probleme einzugestehen und eigene Fehler zuzugeben. Wir fühlen uns nicht wohl, immer den starken Mann zu spielen, da wir im Internat und im Militär glaubten, dies tun zu „müssen“.

Entscheidend sind Ich-Botschaften für jede Art von Partnerschaften. Konflikte lassen sich nicht immer vermeiden. Wenn die Alarmglocke läutet, dann sind Ich-Botschaften angesagt, um den Konflikt zu entschärfen: was kann ich selber verändern oder verbessern? Bei Partnern funktioniert diese Kommunikation am besten bei einem gemeinsamen Spaziergang in der freien Natur (der Wald übt eine beruhigende Wirkung aus und ist ein stiller Zuhörer).

Kitt für Partnerschaft

Neben den zwei klassischen Wegweisern habe ich noch ein paar andere Tipps und „Tricks“ notiert, die manchmal (wenn auch nicht immer) geholfen haben: Lachen und Humor, Untertreiben, Fantasie, usw. Bei Partnern, Kindern, Geschwistern und z.B. neuen Mitarbeitern kann ein Lob ungeahnte Kräfte mobilisieren. Und es kostet ja nichts, ab und zu ein kleines Lob auszusprechen: der Kitt für eine Partnerschaft!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s