KOS

Die Insel KOS: die Seele baumeln lassen

Die erste Liebe

Ich möchte mich noch einmal in die Zeit zurückversetzen, als ich mit meiner Familie mehrmals Ferien auf der Insel Kos in Griechenland verbrachte. Für meine beiden Söhne und uns war es jeweils eine unbeschwerte Zeit, zum Beispiel am Morgen mit sonniger Wärme und Vogelgezwitscher zu erwachen. Das markante Iii-Aaa des Esels, das Meckern der Geissen und das Hühnergegacker ergaben ein Konzert – eine Symphonie, allegro ma non troppo. Der Wecker blieb daher unberührt im Koffer. Das Frühstück draussen auf der grossen Terrasse genossen wir alle zusammen, manchmal mit 10-12 Angehörigen und Freunden meiner Schwester, die sich vor Jahrzehnten auf der griechischen Insel niedergelassen hatte, als die ersten Touristen die Insel entdeckten — ihre erste Liebe. Vor bald 50 Jahren waren die Ferienmacher auf die grüne Dodekanes-Insel gekommen.  Meine Schwester fand dort ihre grosse Liebe (er geboren 1946 auf der griechischen Insel). 

Palmgarten meiner Schwester in Kos
Palmgarten meiner Schwester in Kos

Uns alle zog es selbstverständlich ans blaue Meer; keine Frage, bei Temperaturen um die 30-35 Grad. An der flachen Nordküste kennen wir viele schöne Sandstrände, die jeweils von den Touristen besetzt werden. Unser Glück ist es, dass meine Schwester auch einsame, unberührte Buchten kennt, die teilweise nur mit dem Boot erreicht werden können. So war die „Grossfamilie“ wieder unter sich und wir fühlten uns fast als Einheimische auf der Insel. Wir lernten das Leben der Griechen kennen. Ihre Gastfreundschaft, Fröhlichkeit und das ewige Zuspätkommen liess uns jeden Stress vermeiden; wir konnten die Seele baumeln lassen. Vor dem Hinflug wünschten sich unsere Söhne Schorchel, Flossen und eine Harpune, die nicht ganz ungefährlich war. Trotzdem kamen wir ihren Wünschen nach. Stundenlang schwammen sie im flachen Meer, manchmal auch weit draussen, und versuchten mit der Harpune Fische zu schiessen. Meine Frau sass am Strand und bangte um die beiden, während ich das Meer genoss und mit den Wellen spielte, ohne die Bedenken meiner Frau zu teilen.

Die Insel eignet sich gut für Velotouren, da sie relativ flach ist, trotz einer felsigen Südküste und obwohl der höchste Punkte der Insel auf rund 800 m.ü.Meer liegt, wo in der Morgensonne jeweils die weisse Farbe einer kleinen Kapelle leuchtet. Während wir die meisten Ortschaften der Insel mit dem Velo erkundeten, haben wir auf einsamen Pfaden den höchsten Berg mit einem alten Führer bestiegen. Im Vergleich mit anderen Inseln ist Kos ziemlich grün, weil es viel Wasser gibt, sodass mein Schwager sogar eine Tafelwasserfabrik betreiben kann. Bestimmt werden unsere Söhne die Insel immer in ihrem Herzen behalten, waren wir doch so viele Sommer dort zu Gast.

Mein griechischer Schwager war äusserst grosszügig und herzlich. Speziell am Verhältnis war nur, dass er weder Englisch, Italienisch noch Deutsch spricht, sondern ausschliesslich Griechisch. Obwohl wir ein paar Wortbrocken wie Mafia, poli chronia, ochi usw. wechseln konnten, erinnert mich die Sprachbarriere ein wenig an ein Defizit, das aber durch meine Schwester ausgeglichen wird, die fliessend Griechisch spricht, und durch deren Tochter wettgemacht wird, die problemlos Schweizerdeutsch versteht. Die Tochter ist gesegnet mit schönen dunklen Augen und tiefschwarzen Haaren, einer grossen Selbständigkeit und guten Schulleistungen. Für Heiterkeit sorgte sie, als sie eines Sommers immer von Truple sprach, damit aber Trauben meinte, auf Schweizerdeutsch: Truube.

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