Menschen brauchen das Gespräch

Jeder Mensch braucht Kommunikationspartner und das Gespräch, um sich auszutauschen. Ich bin überzeugt, dass ein Mensch ohne Gespräche früher oder später in eine Depression fallen wird. Dank des tollen familiären und beruflichen Umfeldes können sich die Schatten nicht auf die Seele legen. Man spricht über seine Probleme, man kann seine Situation spiegeln und spiegeln lassen, man lacht, man schätzt die Stabilität einer Partnerschaft, man tankt Selbstbewusstsein! Dieser Grundsatz gilt gleichermassen für extravertierte und introvertierte Menschen. Nur fällt es den Introvertierten vielleicht schwerer, ein Gespräch zu führen; sie müssen sich anstrengen und evt. Umwege wählen, um das Ziel einer Kommunikation zu erreichen. Notwendig ist diese aber absolut, selbst wenn die Umgehungslösung teilweise mit Stress verbunden sein sollte. Das Allein-Sein hat seine Vor- und Nachteile. Aber es braucht immer beides: das Allein-Sein und das Gespräch! Thema: Nähe und Distanz, Schopenhauer greift das Thema auf anhand der Stachelschwein-Parabel. Manchmal wollen wir nicht mehr in der Nähe von anderen Menschen sein. Doch kaum sind wir weg, merken wir, dass der andere uns doch fehlt. Es braucht das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz.

Wikipedia: „In einer Gruppe von Stachelschweinen entwickeln an einem kalten Tag die Schweine ein allen gemeines Wärmebedürfnis. Um es zu befriedigen suchen sie gegenseitige Wärme und damit Nähe. Doch je näher sie aneinanderrücken, desto stärker schmerzen die Stacheln der Nachbarn. Deshalb verändern sie ihren Abstand, bis sie die erträglichste Entfernung gefunden haben.“ Das Alleinsein fasziniert und übt einen Reiz aus:

  • Einkehrtage,
  • die Wanderung des Nachtwächters durch die Nacht,
  • die Ruhe am frühen Morgen bei der Arbeit,
  • die Arbeit am Computer im Bastelraum,
  • ein Spaziergang durch den verschneiten Wald,
  • das Träumen in einem Winterthurer Schwimmbad. Diese Dinge gefallen und machen zufrieden.

Aber das Alleinsein hat andererseits seine Grenzen:

  • man möchte sich austauschen,
  • Freude oder Trauer zeigen,
  • die Leere und Langeweile breiten sich aus,
  • man wird gebraucht oder braucht die Hilfe eines Menschen …
  • Ein massiver Liebeskummer kann ohne weiteres eine depressive Verstimmung auslösen.

Wir müssen unseren Weg zwischen Nähe und Distanz finden.

„Umgebungsfaktoren“

Im engen Familienkreis, mit Partnerin, Mutter, Kindern und Geschwistern, mit Patenkindern, mit Nichten und Neffen und mit den vielen Arbeitskollegen gibt es kein Angst-Problem, weil dort Vertrauen und Vertrautheit herrschen. Dort fühlt man sich wie „ein Fisch im Wasser“. Am besten gefällt es uns aber in der Familie und bei den Kindern sowie im interessanten beruflichen Umfeld, weil wir uns dort sicher und frei fühlen — ein Privileg! Vermutlich ist das eine Binsenwahrheit, weil es vielen Menschen genau so geht … Dieser Grundsatz GILT allgemein: das familiäre und berufliche Umfeld prägt das Verhalten. Für das Gespräch braucht es immer zwei Menschen; zusammen reden die Partner nicht nur über Alltägliches, sondern können auch Probleme und Konflikte besprechen. Das Gespräch ist nicht nur ein Anti-Depressivum, sondern es hilft auch, die Klippen in einer Ehe zu umschiffen und Unwetter, die das Leben mit sich bringt, zu überstehen. Wer im Gespräch bleibt, bleibt zusammen.

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