Kinder

Prendre un enfant par la main: Youtube am Schluss des Beitrags.

Nochmals die Kindheit erleben

Kinder zu haben ist ein einschneidendes Erlebnis, für meine Frau und mich ganz im positiven Sinn. Es berührt besonders, die ersten Schreie des Neugeborenen zu hören (ein Wunder der Natur). Der neue Erdenbürger scheint zu sagen: „Ich bin da!“. Ich durfte meine Kindheit praktisch nochmals erleben, die Jahreszeiten mit Kinderaugen sehen (siehe Abbildung), die Familienfeste feiern, Spiele und Musikinstrumente kennenlernen, Strichzeichnungen mit Malfarben einfärben, lustige Wortschöpfungen hören wie „Servelat-Rad“ für Reserve-Rad oder „Ohrenluck“ für Overlock bei der Nähmaschine.

Nicht nur Eltern, sondern ein Stück weit auch Grosseltern können die Kindheit nochmals erleben… Viele Grosseltern berichten, dass sie beim Spielen mit den Enkeln selbst wieder klein werden. Ja das Kleinkind verändert sogar die Grosseltern. Grosspapa darf begleiten, trösten und beschützen, muss aber nicht erziehen; eher „erziehen“ die Kleinen die Grosseltern.

Abb. Wassermangel im Kinderparadies

Abb. Wassermangel im Kinderparadies

Lachen statt schlafen

Vor dem Einschlafen darf das Kinderlied nicht fehlen, z.B.

Fuchs, du hast die Gans gestohlen,
gib sie wieder her,
sonst wird dich der Jäger holen,
mit dem Schiessgewehr.

Wenn möglich wird der Liedtext unterstützt mit Gesten oder Handzeichen (z.B. für die Schrotflinte). Während des Schlafliedes „Ich ghöre n es Glöggli“ versuche ich, die Augenlider der Kleinen zu schliessen, die natürlich lachen statt einschlafen. Da kann ich lange singen: „Ich schlafe jetzt ein“.

Video — https://docs.google.com/file/d/0B_l22akZMxvDZHNyeXFneUoyekk/edit?usp=docslist_api (Singing)

Die Grossen und Kleinen lieben solche Rituale! Der Schuhmacher erhält drei Batzen in die Hand, und die Nägel dazu werden mithilfe der Fingernägel abgezählt. Und mit dem Besen und dem „Lumpen“ (Schweizerdeutsch für Putzlappen) verfolgt der Kaminfeger die bösen Buben: „Chämifäger, schwarze Ma“. Das handfeste Spottlied warnt die Kinder, den schwarzen Mann nicht zu sehr zu reizen. Der definitive Renner ist das farbig illustrierte Singbuch „Chömed Chinde, mir wänd singe“ mit den klassischen und stimmungsvollen Bildern des Kunstmalers Eugen Hartung — von der Firma Maggi AG, die es für mehrere Kindergenerationen und „alle Kinderfreunde“ ausgedacht und geschaffen hat. Wertvoll ist, dass die Eltern diese Lieder mit Flöte oder Gitarre begleiten können.

Abb. Chömed Chinde, mir wänd singe (1950er Jahre)

Abb. Chömed Chinde, mir wänd singe (1950er Jahre)

Am liebsten hören die Kleinen diejenigen Geschichten, die das Lichterlöschen möglichst lange hinauszögern.

Bei Kindern fühlte ich mich immer zufrieden und ungezwungen, weil sie sich spontan verhalten und staunen können, wenn das Leben für sie etwas Neues bringt. Sie sind neugierig, verspielt und spielerisch. Im Spielzimmer: der gute Papa als böse Spinne im Netz fängt die übermütigen Kleinen; er kniet auf einer Matratze am Boden, darf diese nicht verlassen und versucht die anderen Spieler zu fangen, die ihm „vor der Nase“ herumtanzen. Beim Spiel gibt es immer wieder zu lachen, was unseren Bauchmuskeln gut tut.

Dass ich gerne mit Kindern zusammen war, merkte ich bereits bei meinen beiden jüngeren Geschwistern, mit denen ich viel spielen durfte, was mich befreite und glücklich machte. Letzteres trifft in der Erwachsenenwelt nicht immer zu.

Ich zeige mini Freud — https://drive.google.com/file/d/0B_l22akZMxvDQ2lURGh0VGd1TEU/view?usp=docslist_api

Die Brio-Eisenbahn aus Holz

Wenn ich auf die Kinderzeit unserer Söhne und der Göttibuben zurückblicke, dann war die einfache Holzeisenbahn das beliebteste und attraktivste Spielzeug. Im Korridorschrank sind zwei Harasse mit Brio-Elementen gefüllt: viele Schienen, Bogenweichen, Bahnübergang, Puffer, Bahnhof, Tunnel, Brücken und natürlich zwei Eisenbahnzüge mit Lok, Personen- und Güterwagen (alles ohne Motor). Die Anlage aufzustellen und die Geleise zu kombinieren und bauen ist erst die halbe Miete und in etwa einer halben Stunde erledigt. Ich lobe die Jungs für die kreative Streckenführung und den gelungenen Geleisebau.

Holzschienen
Holzschienen

Nun folgte das „Hochamt“ im Spielzimmer: wir begannen mit dem eigentlichen Eisenbahn-Verkehr, indem wir die Züge von Hand auf dem Schienennetz bewegten. Wir knieten auf dem Boden oder lagen auf dem Bauch. Die Kinder bevorzugten es, mögliche Bahnunfälle und Zusammenstösse zu simulieren, und hörten am liebsten: „Jetzt hat sich ein ganz schwerer tragischer Unfall ereignet“, möglichst mit einer Explosion des Tankwagens und einer Rauchvergiftung im Tunnel. Die Jungs eilten mit allen möglichen Rettungsfahrzeugen zu Hilfe, mit Feuerwehr- und Sanitätsauto. Hilfe ist dringend nötig! Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, ja das gemeinsame Spiel lässt die Fantasie blühen (leider haben wir keine Tonbandaufnahmen davon). Zur Abwechslung gab es auch mal einen Unfall „nur“ mit Leichtverletzten. Erstaunlich, dass sie immer die gleichen oder ähnliche Abläufe wiederholten und das Holzspielzeug bis in die sechste Primarschulklasse vielen anderen Spielsachen vorzogen. Wenn die Göttibuben uns besuchten, wussten sie ganz genau was sie tun wollten. Das Streckennetz war zwar eher einfach, aber die spannenden Ereignisse spielten sich in deren Köpfen ab. Auch heute stehen die zwei gefüllten Harasse mit der Holzeisenbahn immer noch für die kleinen Besucher bereit, für Knaben und Mädchen. Grossvater spielt auch gerne mit den Enkelinnen. Das gibt mir vielleicht die Gelegenheit, wieder einmal auf dem Boden zu liegen und nach dem Spiel die Holzsachen wieder aufzuräumen.

Im Laufe der Zeit spielten unsere Kinder natürlich auch mit anspruchsvolleren Spielsachen wie Lego-Bausätzen, Märklin-Eisenbahn, Meccano-Baukasten, Fischer-Technik, Chemie-Kasten, usw. Aber die Holzeisenbahn war so etwas wie deren erste Liebe (und für mich fast ein zweiter Frühling).

„Du spielst auf dem Boden …“

Wenn ich heute mit den Kindern meiner Geschwister spiele, erinnert mich dies an die Spontanität meiner eigenen Kinder. Ich empfinde es als reines Glück, mich dabei selber als Kind zu fühlen. Meine Frau meinte bisweilen: „Du spielst auf dem Boden mit den Kindern, aber lässt mich machen, wenn es Konflikte gibt“. Immerhin bemühte ich mich, den Kindern im Sinne von Leitplanken Grenzen zu setzen. Meine Frau und ich versuchten immer, den Kindern eine optimale Umgebung zu bieten, auch wenn das von ihnen selbst nicht unbedingt so wahrgenommen wird.

Dass die Kinder das Leben bereichern, wird klar, wenn man ein paar Stationen aus dem Lebensweg herausgreift: Geburt, erstes Lächeln, erste Schritte, erste Geburtstagsfeier im Kinderspital, erster Schulweg, erstes Schreibpult, erstes Schulzeugnis, erstes Velo, erste gemeinsame Wanderung in Arosa oder Leukerbad, erste Freundschaft, erster Flug nach Griechenland, eigener Führerausweis, erstes Diplom, Wohngemeinschaft in Zürich, … Das erste Mal!

Lieber als in der bodenständigen Stadt wohnen sie in der Metropole Zürich. Zur Zeit arbeiten beide Söhne in der Versicherungsindustrie. Besonders freuten mich, dass der eine Sohn in der Kirche Querflöte spielte, als mein Vater verstorben war, sowie die Sozialkompetenz des anderen Sohnes, die mich stark beeindruckt.

Ein Talent schlummert

Ich habe gelernt, dass in jedem Kind ein Talent schlummert und ein Lob ungeahnte Kräfte mobilisieren kann. Die spannende Frage: entfaltet sich ein Talent im Sport, in der Schule, ganz im stillen Kämmerlein, im Kochen oder wo auch immer.

PRENDRE UN ENFANT PAR LA MAIN

(Gib einem Kind deine Hand)
Yves Duteil – 1977
Nana Mouskouri

Youtube: Gib einem Kind deine Hand

Youtube: Version Zuckowski

Prendre un enfant par la main
Pour l’emmener vers demain
Pour lui donner la confiance en son pas
Prendre un enfant pour un Roi
Prendre un enfant dans ses bras
Et pour la premiere fois
Secher ses larmes en étouffant de joie
Prendre un enfant dans ses bras

Prendre un enfant par le coeur
Pour soulager ses malheurs
Tout doucement, sans parler, sans pudeur
Prendre un enfant sur son coeur
Prendre un enfant dans ses bras
Mais pour la premiere fois
Verser des larmes en étouffant sa joie
Prendre un enfant contre soi

Prendre un enfant par la main
Et lui chanter des refrains
Pour qu’il s’endorme à la tombée du jour
Prendre un enfant par l’amour
Prendre un enfant comme il vient
Et consoler ses chagrins
Vivre sa vie des années puis soudain
Prendre un enfant par la main
En regardant tout au bout du chemin
Prendre un enfant pour le sien

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