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Winterthurer der 68er Generation. Kurs: "Eine eigene Homepage mit WordPress"

Reisen

Der Blog enthält mehr Träume …

Traum vom Schnellzug

In einer Januarnacht träume ich etwa vier kurze Träume, was ich feststellen kann, weil ich immer wieder aufwache: um 11:45 Uhr, 2:00 Uhr und 6:00 Uhr. Alle Träume handeln vom Reisen. In einem Traum reise ich mit dem Schnellzug von Zürich nach Schaffhausen. Die Reise dauert so lange wie eine Fernreise. Ich möchte daher ein Getränk kaufen, was aber nicht möglich ist, weil ich im Jestetter Zipfel von einem Kondukteur kontrolliert werde. Raum und Zeit spielen eine rätselhafte Rolle.

Der leere Akku

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Meine zweite Mutter

Als mein Vater 1955 das Milchgeschäft übernahm, versprach meine Mutter, ihm dabei zu helfen und den Milchladen zu führen. Aber wer sollte den grossen Haushalt mit den kleinen Kindern betreuen? Was lag näher als die alleinstehende Schwester meiner Mutter anzufragen! Die hilfsbereite Tante Ida sprang in die Bresche, kochte, putzte, machte die Wäsche, half den Kindern bei den Schulaufgaben, tröstete uns, schlichtete Streit, sang und betete mit uns und wurde zu unserer Erzieherin und fast zu einer zweiten Mutter, aber nur fast. Ida zementiert das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter, auch wenn es nicht ihre eigenen Kinder sind. Sie schenkte uns eher zuviel als zuwenig Liebe.

Ida als mittleres Kind
Ida als mittleres Geschwister (in der Mitte) 1930

Meine Mutter Margrit sitzt links, Ida in der Mitte. Die drei Schwestern helfen sich das ganze Leben lang.

Am liebsten kochte sie Hörnli-Teigwaren und Gehacktes mit Apfelmus, sie half uns gerne, Gedichte auswendig zu lernen. Sie bemutterte uns fast zu sehr, sodass ich ihr einmal erklärte: „Du bist nicht meine Mutter“. Ich hatte manchmal Mühe, ihr zu folgen und sie zu akzeptieren. Meine Mutter stand bis am späten Abend im Geschäft; zuhause strapazierten wir die Nerven der Tante und sie die unseren, auch wenn sie es immer gut mit uns Kindern meinte. Die Konstellation mit einer Zweitmutter ist alles andere als konfliktfrei.

Traum

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Die Generation der Babyboomer

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Babyboomer (Nachkriegsgeneration, Jahrgänge bis 1964) sind doppelt bevorzugt, weil sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufgewachsen sind. Sie erlebten nach dem Weltkrieg weder Arbeitslosigkeit noch Armut, Unfreiheit oder Hoffnungslosigkeit, hingegen den wirtschaftlichen Aufschwung. Sie profitieren in ihrem Leben zuerst von guten Bildungsmöglichkeiten und geniessen nach dem aktiven Berufsleben ein sicheres und gesundes Alter: „die Generation der Gewinner“ (NZZ am Sonntag). Der Umwandlungssatz für die Neurenten der Nachfolgenden wird bereits reduziert. Für die Babyboomer ist es fast selbstverständlich geworden, im materiellen Wohlstand aufzuwachsen und zu leben. Daher treten für das Glück eines Menschen andere Werte in den Vordergrund: die sozialen Beziehungen, eine befriedigende und herausfordernde Tätigkeit und ein selbstbestimmtes und gesundes Leben. Auf einer Newsweek-Liste der 100 konkurrenzfähigsten Staaten belegen die Schweiz (2), Deutschland (12) und Oesterreich (18) Toppositionen. 2010 wurden die Länder wieder einmal nach den fünf Kriterien Wirtschaftsdynamik, Bildung, Gesundheit, politisches Umfeld und Lebensqualität beurteilt. Im Weltglücksbericht der UNO 2017 sind die Top-Fünf-Ränge von Ländern aus Westeuropa belegt: Auf Norwegen folgen Dänemark, Island, die Schweiz und Finnland. Die Zeitschrift Lancet hat die Gesundheitsversorgung in 195 Ländern untersucht. Auf einer Skala von 0 bis 100 erreichte Andorra im Jahr 2015 mit 94,6 die Bestnote, Platz zwei belegt Island, gefolgt von der Schweiz, Schweden und Norwegen. Die Generation der Babyboomer weiterlesen

Mein Vater und die Arbeit

Mein Vater zeigte uns Kindern wenig Emotionen, er war kaum fähig, über Gefühle zu sprechen. Trotzdem war mein Vater für mich ein grosses Vorbild, weil er mich wichtige Dinge lehrte: Zielstrebigkeit, Selbständigkeit, Arbeitswille und Arbeitseinsatz. Sein Lebensziel war, selbständig zu sein und ein eigenes Milchgeschäft zu führen. Am 18. Oktober 1955 schrieb er an die Einwohner des Vogelsang-Quartiers in der Stadt Winterthur: Als Nachfolger von Herrn Näf möchte ich Sie recht herzlich begrüssen. Als Fachmann der Milchbranche ist es mein Bestreben, im Geschäft und auf der Tour Sie stets zur vollen Zufriedenheit zu bedienen und Ihr Wohlwollen und Vertrauen in jeder Beziehung zu schätzen. Sollten mir trotzdem Fehler unterlaufen, wie dies nach menschlichem Ermessen vorkommen kann, so bitte ich Sie höflich, mir dies sofort mitzuteilen. Genehmigen Sie, sehr geehrter Konsument, die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung.

15 Stunden Arbeitstag

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Meine zweite Mutter

Als mein Vater 1955 das Milchgeschäft übernahm, versprach meine Mutter, ihm dabei zu helfen und den Milchladen zu führen. Aber wer sollte den grossen Haushalt mit den kleinen Kindern betreuen? Was lag näher als die alleinstehende Schwester meiner Mutter anzufragen! Die hilfsbereite Tante Ida sprang in die Bresche, kochte, putzte, machte die Wäsche, half den Kindern bei den Schulaufgaben, tröstete uns, schlichtete Streit, sang und betete mit uns und wurde zu unserer Erzieherin und fast zu einer zweiten Mutter, aber nur fast. Ida zementiert das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter, auch wenn es nicht ihre eigenen Kinder sind. Sie schenkte uns eher zuviel als zuwenig Liebe. Meine zweite Mutter weiterlesen