Schlagwort-Archive: träumen

Meine zweite Mutter

Als mein Vater 1955 das Milchgeschäft übernahm, versprach meine Mutter, ihm dabei zu helfen und den Milchladen zu führen. Aber wer sollte den grossen Haushalt mit den kleinen Kindern betreuen? Was lag näher als die alleinstehende Schwester meiner Mutter anzufragen! Die hilfsbereite Tante Ida sprang in die Bresche, kochte, putzte, machte die Wäsche, half den Kindern bei den Schulaufgaben, tröstete uns, schlichtete Streit, sang und betete mit uns und wurde zu unserer Erzieherin und fast zu einer zweiten Mutter, aber nur fast. Ida zementiert das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter, auch wenn es nicht ihre eigenen Kinder sind. Sie schenkte uns eher zuviel als zuwenig Liebe.

Ida als mittleres Kind
Ida als mittleres Geschwister (in der Mitte) 1930

Meine Mutter Margrit sitzt links, Ida in der Mitte. Die drei Schwestern helfen sich das ganze Leben lang.

Am liebsten kochte sie Hörnli-Teigwaren und Gehacktes mit Apfelmus, sie half uns gerne, Gedichte auswendig zu lernen. Sie bemutterte uns fast zu sehr, sodass ich ihr einmal erklärte: „Du bist nicht meine Mutter“. Ich hatte manchmal Mühe, ihr zu folgen und sie zu akzeptieren. Meine Mutter stand bis am späten Abend im Geschäft; zuhause strapazierten wir die Nerven der Tante und sie die unseren, auch wenn sie es immer gut mit uns Kindern meinte. Die Konstellation mit einer Zweitmutter ist alles andere als konfliktfrei.

Traum

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Der schwarze Volkswagen

Noch ein Traum

Der schwarze VW Käfer
Der schwarze VW Käfer

Die Abbildung zeigt den VW Käfer aus meiner Jugendzeit, mit dem ich zur Zeit des Kommunismus durch Rumänien und Jugoslawien getuckert war — aus Abenteuerlust. Der Traum jedoch spielt über vierzig Jahre später. Der schwarze Volkswagen weiterlesen

Meine zweite Mutter

Als mein Vater 1955 das Milchgeschäft übernahm, versprach meine Mutter, ihm dabei zu helfen und den Milchladen zu führen. Aber wer sollte den grossen Haushalt mit den kleinen Kindern betreuen? Was lag näher als die alleinstehende Schwester meiner Mutter anzufragen! Die hilfsbereite Tante Ida sprang in die Bresche, kochte, putzte, machte die Wäsche, half den Kindern bei den Schulaufgaben, tröstete uns, schlichtete Streit, sang und betete mit uns und wurde zu unserer Erzieherin und fast zu einer zweiten Mutter, aber nur fast. Ida zementiert das traditionelle Rollenbild der Frau als Hausfrau und Mutter, auch wenn es nicht ihre eigenen Kinder sind. Sie schenkte uns eher zuviel als zuwenig Liebe. Meine zweite Mutter weiterlesen

Das Rätsel

Es ist wertvoll, die Brüche in der Biografie zu erkennen und beschreiben.

Abbruch

Der Abbruch ist ein Symbol für die Pubertät.

Abbruch
Alles muss weg

Die Pubertät ist ein schwieriges und dunkles Kapitel. Es erwacht ein unbestimmtes Sehnen nach dem grossen Abenteuer. Der Jugendliche schlüpft in verschiedene Rollen und probiert diese wie Kleidungsstücke an. Der bekannte Kinderarzt Remo Largo meint, die wichtigste und schwierigste Phase im Leben des Menschen sei der Uebergang zum Erwachsensein: „In dieser Lebensphase haben die Jugendlichen drei grosse Herausforderungen zu bewältigen: sie lösen sich von ihren Eltern ab, sie müssen sich sozial integrieren, sie müssen eine Ausbildung machen und eine Anstellung finden“. All das sei unglaublich anspruchsvoll.  Das Rätsel weiterlesen

Menschen brauchen das Gespräch

Jeder Mensch braucht Kommunikationspartner und das Gespräch, um sich auszutauschen. Ich bin überzeugt, dass ein Mensch ohne Gespräche früher oder später in eine Depression fallen wird. Dank des tollen familiären und beruflichen Umfeldes können sich die Schatten nicht auf die Seele legen. Man spricht über seine Probleme, man kann seine Situation spiegeln und spiegeln lassen, man lacht, man schätzt die Stabilität einer Partnerschaft, man tankt Selbstbewusstsein! Dieser Grundsatz gilt gleichermassen für extravertierte und introvertierte Menschen. Nur fällt es den Introvertierten vielleicht schwerer, ein Gespräch zu führen; sie müssen sich anstrengen und evt. Umwege wählen, um das Ziel einer Kommunikation zu erreichen. Notwendig ist diese aber absolut, selbst wenn die Umgehungslösung teilweise mit Stress verbunden sein sollte. Menschen brauchen das Gespräch weiterlesen

Träume

„Unterwegs“

Wo befinde ich mich?

Viele Träume handeln vom Reisen. Die entscheidende Frage ist meist: “Kann ich mein Ziel erreichen?” Meine Frau und ich sind unterwegs. Unser Reiseziel ist das schöne München in Deutschland. Der Zug bleibt irgendwo zwischen dem Bodensee und München stehen, eine Diesellok schiebt unseren Wagen hin und her, bis wir auf einem Abstellgleis eines kleinen Bahnhofs landen. Wir erkundigen uns: „Wo geht es hier nach Augsburg?“. Ich steige aus, die Gegend ist bewaldet. Plötzlich bin ich alleine und gelange in ein unterirdisches Stollensystem. Die Höhle besteht aus Beton und Eisen. Ich steige einen engen Schacht hinauf und habe die grösste Mühe, einen Ausgang zu finden. Langsam aber sicher werde ich nervös. Ich treffe auf eine gelb gestrichene Eisen- oder Blechtüre. Der einzige Ausgang führt in eine unbekannte weite Landschaft. Wo befinde ich mich? Sind wir zu weit im Norden? Mit dieser Frage endet der Traum.

Die Schneewanderung

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Abenteuerferien

Das Leben spielte sich ab im materiellen Wohlstand einer Schweiz der zweiten Jahrhunderthälfte (ab 1950). Die Vererbung sorgt für Eigenschaften, die nicht zu anderen Charakterzügen zu passen scheinen: die Vorliebe für das Abenteuer und der Freiheitsdrang. In der Jugendzeit plagte mich das Fernweh stärker als das Heimweh. „Es erwacht ein unbestimmtes Sehnen…“. Die Abenteuerferien und die Reiseserien sollen dies illustrieren:

  1. viermal Zeltlager mit den Pfadfindern
  2. drei Reisen ins kommunistische Rumänien
  3. neunmal militärischer Hilfsdienst bei der Schweizer Armee (fast wie Ferien)
  4. vier Zeltlager mit der Familie

Das Tüpfchen auf dem „i“ ist ein Reiseleiter-Einsatz in Ostafrika: „Pieter no good“. Abenteuerferien weiterlesen